Versicherung im Fokus- Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn man einmal bedenkt, dass statistisch gesehen, jeder Vierte seine berufliche Laufbahn entweder durch Krankheit oder durch einen Unfall vorzeitig aufgeben muss, erkennt man schnell, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung zu der wichtigsten Versicherung gehört, die man abschließen sollte. Wie in vielen anderen Bereichen auch, zieht sich der Staat zunehmend aus der Versorgung durch Berufsunfähigkeit zurück. Extrem betroffen sind seit dem 1 Januar 2001 alle die, die nach dem 01.01.1961 geboren sind. Für sie wurde der Anspruch aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Berufsunfähigkeit gestrichen, hier besteht lediglich nur noch ein Anspruch auf eine zweistufige Erwerbsminderungsrente.
Die gesetzliche Absicherung bei Erwerbsminderung beträgt dann selbst im Idealfall nur noch etwa ein Drittel des letzten Bruttoeinkommens.

Im Durchschnitt hat man in den vergangenen Jahren mit ca. 60% vom Bruttoeinkommen gerechnet, um seinen Lebensunterhalt und alle damit verbundenen laufenden Kosten, wie z.B. fürs Wohnen, Darlehen, Miet- oder Hausnebenkosten, Mobilität wie Auto oder auch Darlehensraten bedienen zu können. In den meisten Fällen liegt der Betrag heutzutage sogar bereits bei ca. 75% , denn nicht nur die steigenden Energiepreise sorgen letztendlich für eine regelmäßige Erhöhung der Nebenkosten. Um diese Lücke zu schließen, sollten Sie deshalb dringend mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung privat vorsorgen.

Besonders wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung für Auszubildende, wie auch junge Berufseinsteiger. Da die staatliche Rentenhöhe abhängig von den Beitragsjahren ist, bedeutet es gerade für Berufsanfänger, dass über viele Jahre, z.T. Jahrzehnte, kaum eine nennenswerte Rente über den Staat in Anspruch genommen werden kann. Hinzu kommen entsprechend „Sozialgesetzbuch § 43 SGB VI,  Rente wegen Erwerbsminderung“,  folgende Voraussetzungen, damit Leistungen gezahlt werden:

  • in den letzen Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung müssen mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt worden sein
  • die Wartezeit von 5 Jahren muss erfüllt worden sein

Was Sie noch wissen sollten zur staatlichen Regelung der Berufsunfähigkeitsrente, bzw. Erwerbsminderungsrente:

Die gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrenten wurde wie bereits im oberen Abschnitt erwähnt, seit dem 01.01.2001, für die nach dem 01.01.1961 Geborenen, durch eine zweistufige Erwerbsminderungsrente ersetzt. Die Rentenleistung ist abhängig davon, wie lange ein Versicherter generell- in welcher Tätigkeit auch immer – noch arbeiten kann:

  • wenn Sie noch 6 Stunden und länger pro Tag arbeiten können – dieses egal in was für einer Tätigkeit  =  dann gibt es KEINE RENTENZAHLUNG ! (arbeiten bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, dass Sie Ihre alte Tätigkeit weiter ausüben können, sondern lediglich irgendeiner beliebigen Tätigkeit nachgehen können – hier z.B. auch die Stelle als Nacht- oder Parkwächter. Das Stichwort hier lautet: „Abstrakte Verweisung„). Ebenso ist es unrelevant, ob Sie eine (feste) Anstellung haben, die Tatsache, dass Sie eine Tätigkeit ausüben können ist ausreichend.
  • können Sie noch 3 bis unter 6 Stunden pro Tag arbeiten =  Halbe Erwerbsminderungsrente
  • erst, wenn Sie lediglich bis zu unter 3 Stunden pro Tag arbeiten können, erhalten Sie die volle Erwerbsminderungsrente
  • Empfänger einer halben Erwerbsunfähigkeitsrente, die arbeitslos sind, weil kein Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung steht  =  volle Erwerbsminderungsrente
  • Versicherte, die bei In-Kraft-Treten der Reform das 40. Lebensjahr vollendet haben (Januar 2001) und in ihrem bisherigen oder einem zumutbaren anderen Beruf nicht mehr als 6 Stunden täglich arbeiten können  =  Hälfte der vollen Erwerbsminderungsrente
  • Bei Erwerbsminderung vor dem 60. Lebensjahr wird eine Zurechnungszeit voll bis zum 60. Lebensjahr gewährt.
  • Bei Erwerbsminderung vor dem 63. Lebensjahr wird die Rente um einen Rentenabschlag gekürzt. Er beträgt für jeden Monat des früheren Rentenbezugs 0,3%. Beginnt diese Rente vor Vollendung des 60. Lebensjahres, ist der Rentenabschlag auf max. 10,8% begrenzt.

Eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nur noch eine auf drei Jahre begrenzte Zeitrente. Sie kann zwar wiederholt werden, wird aber längstens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres geleistet.

Natürlich geht niemand davon aus, dass ihm etwas zustößt, was das Arbeiten einschränkt oder unmöglich macht und zu einer Berufsunfähigkeit führt. Jeder denkt dass die Arbeitskraft erhalt bleibt. Sorgen Sie vor durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, um im Falle eines Falles den finanziellen Notstand durch Berufsunfähigkeit abwenden zu können.

Die heutige schnelllebige und fordernde Arbeitswelt ist auf Wachstum und Profit ausgerichtet, was die Gesundheit der darin Wirkenden nicht unbedingt mit einschließt.
Es sind daher nicht in erster Linie die Unfälle, die zu einer Berufsunfähigkeit führen können, sondern die Krankheiten. Nicht ohne Grund titeln die großen Wochenzeitschriften in regelmäßigen Abständen zum Thema Burn-Out, denn bei 38 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer ist die Psyche die Ursache für Berufsunfähigkeit.

Danach erst folgen in der prozentualen Häufigkeit Rückenbeschwerden, Beschwerden mit den Knochen und Gelenken, Allergien, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs. Die unfallbedingte Verletzungen erscheinen statistisch gesehen auf den hinteren Plätzen.

Eine private Unfallversicherung ersetzt daher die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht.

Achten Sie auf das Kleingedruckte in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei einem Berufsunfähigkeitsschutz ist es wichtig, nicht nur auf den Preis zu achten. Im Ernstfall hängt es von den konkreten Vertragsbedingungen ab, ob man bei einer Berufsunfähigkeit Anspruch auf Leistungen hat, wenn man seine Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann.
Wählen Sie immer eine Police ohne eine „abstrakte Verweisungsmöglichkeit“ des Versicherers auf andere Berufe. Sonst besteht im Ernstfall kein Anspruch auf die vereinbarte Rente, solange man theoretisch noch in irgendeinem anderen Beruf arbeiten könnte, selbst wenn man wegen der Gesundheitsschäden praktisch gar keine Anstellung mehr findet.
Fragen Sie noch heute bei uns, was diese Absicherung für Sie kostet. Wir vergleichen für Sie unabhängig und kompetent unter einer Vielzahl von Gesellschaften und wählen entsprechend Ihrer Berufsgruppe die jeweils günstigste Versicherung aus.

 

Wohnungsbrand und Rauchmelder

Das Magazin VENTUS (Kronshagen) befragte den unabhängigen Versicherungsexperten Klaus Hebel, Hebel Assekuranz Makler, zu dem Thema Versicherungsschutz (Ausgabe 6/2011) :

VENTUS: Herr Hebel, die Versicherungen scheinen bei einem Schaden durch einen Zimmer- bzw. Wohnungsbrand ja sehr unterschiedlich in der Schadensregulierung beurteilen zu können. Wann zahlt denn nun die Versicherung und wann nicht?
Hebel: Die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung kann in Einzelfällen durchaus Leistungen kürzen oder streichen, wenn kein Rauchmelder installiert wurde. Mieter und Vermieter können entweder ganz oder zumindest Teile ihres Anspruchs auf Erstattung verlieren, wenn die Versicherung feststellt, dass ein funktionsbereiter Rauchwarnmelder dazu beigetragen hätte, den Schaden zu verhindern oder zu verringern.
Auch wenn es im Regelfall für die Versicherungen sehr schwierig
sein wird, diese so genannte Kausalität, also die Beziehung zwischen
Ursache und Wirkung festzustellen oder zu beweisen, sollte dieses Risiko nicht unterschätzt werden.

VENTUS: Wäre es denn von Nutzen, wenn innerhalb meiner Versicherung
die „Grobe Fahrlässigkeit“ mit versichert ist, da man es doch als grob Fahrlässig auslegen könnte keinen Rauchmelder installiert zu haben?
Hebel: Nun, selbst die Tatsache, dass  innerhalb der Hausrat- oder
Wohngebäudeversicherung auch die „Grobe Fahrlässigkeit“
mit im Versicherungsschutz eingeschlossen ist, schützt in diesem
Falle nicht, da die Versicherungen den Versicherungsschutz der
„Groben Fahrlässigkeit“ bei einer  Obliegenheitsverletzung grundsätzlich ausschließen können.

VENTUS: Das müssen Sie erklären.
Hebel: In den allgemeinen Vertragsbedingungen jeder beliebigen
Versicherungsgesellschaft ist verankert, dass die Versicherungsleistung der „Groben Fahrlässigkeit“  bei einer „schuldhaften Verletzung von gesetzlichen, behördlichen oder vertraglich vereinbarten Sicherheitsvorschriften gemäß § 25 VHB 2004–Fassung 2008“ ausgeschlossen ist.

Nehmen wir einmal als Beispiel das Bundesland Schleswig-Holstein. Hier
sieht das Bauordnungsamt, bzw. die Bauordnung vor, dass es nicht nur für
Neubauten Pflicht ist Rauchmelder zu installieren, sondern, dass AUCH
für vorhandene Wohnungen, bereits bis zum 31.Dezember 2010, eine
Nachrüstungspflicht vorgeschrieben ist/war. Grundsätzlich müsste somit in
jedem Haus, wie auch in jeder Wohnung ein Rauchmelder vorhanden sein.
Leider ist diese Tatsache den meisten Bürgern aber nicht bewusst.

VENTUS: Vielen Dank, Herr Hebel.
Das macht doch sehr nachdenklich.